Was passiert eigentlich mit den Lottoeinnahmen?

By | Oktober 14, 2015

Das Spiel mit dem Glück ist nicht nur hierzulande ein großes Geschäft. Woche für Woche pilgern Millionen von Bürgern brav zur Lottoannahmestelle und tippen mit ihren persönlichen Glückszahlen auf das große Geld. Ob nun gelegentlicher Hobbytipper oder routinierter Systemspieler ist letztendlich ganz unerheblich. Denn allen Glücksrittern ist dabei eines gemeinsam, sie hoffen auf den Jackpot ihres Lebens.

Woche für Woche sitzen immer noch Millionen Deutsche gebannt vor den TV-Geräten und erwarten die Ziehung am Mittwoch mit weitaus mehr Spannung als die aktuellen Nachrichten des Tages. Die wöchentliche Ziehung der Lottozahlen ist aus dem Deutschen Fernsehalltag genauso wenig wegzudenken wie der Tatort am Sonntag – auch nicht im Zeitalter von Web 2.0. Seit 1965 werden Woche für Woche die großen und kleinen Gewinner live ermittelt – gehen kleine und große Träume in Erfüllung. Und Woche für Woche werden mehrere Millionen Euro an Lottoeinnahmen erzielt. Heutzutage ist es schon lange kein Geheimnis mehr, dass nur rund 50 Prozent der erzielten Lottoeinnahmen als Gewinne an die Community ausgeschüttet werden.

Und die anderen Hälfte?

Das Lotteriemonopol hält in Deutschland der Bund inne. Das staatliche Monopol garantiert dem Bund die absolute Markthoheit im Lotteriegeschäft.
Verbunden mit der Lotteriesteuer, bei der es sich um die mit Abstand älteste Steuer Deutschlands handelt, werden in der Bundesrepublik Deutschland Steuereinnahmen in Höhe von rund 1,5 Milliarden Euro pro Jahr erzielt.

Dieser Betrag entspricht einem Wert von rund 16,7 Prozent der Lottoeinnahmen und geht direkt in den Länderetat ein. 7,5 Prozent der erzielten Einahmen werden als Provisionen an die Pächter der Lottoannahmestellen ausgezahlt. 2,8 Prozent werden als Einnahme sowie als Verwaltungsaufwand für die Lottogesellschaften verbucht.

Gesetzlich festgelegte Förderung von Jungend- und Kulturprojekten

Der Löwenanteil der Lotterieeinnahmen wird vom Deutschen Fiskus als sogenannte Konzessionsabgabe zweckgebunden verwendet. Das bedeutet im Grunde nichts anderes, als das sich Bund und Länder gesetzlich dazu verpflichten, 23 Prozent der erzielten Gewinne für gemeinnützige Zwecke zu verwenden.

Die prozentuale Verteilung der Einnahmen lässt sich anhand dieses einfachen Rechenbeispiels recht anschaulich darstellen:
Wenn wir zu Anschauungszwecken von einem fiktiven Wert von 1000 Euro Lottoeinnahmen ausgehen, so gingen 500 Euro an die glücklichen Gewinner.
Rund 390 Euro bekäme das Finanzamt, wovon 230 Euro per Gesetzt in gemeinnützig Projekte auf Länderebene weiter fließen würden. 75 Euro verblieben in den Annahmestellen – der Restbetrag verbliebe zur Deckung des Verwaltungsaufwandes.

Lotterien bieten somit nicht nur jedermann die Chance auf individuellen Wohlstand und Luxus in Form eines Hauptgewinns. Lotto spielen heißt vielmehr: Allen etwas Gutes zu tun.